Low Carb – was steckt dahinter?


 

 

Das Thema war während meiner Ausbildung eigentlich gar keines. Bezogen haben sich die DozentInnen auf die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und die dazugehörigen Nährstoffrelationen. Dies schien mir auch immer einleuchtend. Und schließlich waren das Fachleute die sich auf eine Fachgesellschaft bezogen. Wenn die es nicht wissen, wer dann?

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Über Low Carb wusste ich nicht besonders viel. Die üblichen Vorurteile hatte ich schon mal gehört:  Fleisch und Eier in großen Mengen, Mr. Adkins starb übergewichtig an einem Herzinfarkt, eine zu geringe Zufuhr an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen, zu viel Eiweiß schädigt die Nieren. Low Carb konnte in meinen Augen wirklich nicht ratsam sein!

Im Januar war ich bei der Fortbildung „Sport – Ernährung – Leistung“ von Frau Lemberger in Hamburg. Dort wurde ein ganz anderes Bild von dieser Ernährungsweise gezeichnet. Um ehrlich zu sein, diese Fortbildung brachte mein Weltbild ins wanken. Darüber musste ich mehr erfahren und habe mich für eine weitere Fortbildung von Frau Lemberger und Prof. Dr. Worm angemeldet.

An einem Freitag im März habe ich mich also wieder auf den Weg nach Hamburg gemacht. Ich war sehr gespannt, hatte aber auch einen Koffer voller Vorurteile im Gepäck.

Das Low Carb Prinzip

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Die Grundlage bilden in erster Linie (zuckerfreie) Getränke und Gemüse. 1-2 Stück Obst pro Tag sind auch drin, allerdings sollte die kohlenhydratarmen Sorten bevorzugt werden. Beeren stehen hoch im Kurs, ebenfalls Melone, Äpfel und Birnen.

Als nächster Baustein kommen die eiweißreichen Lebensmittel dazu. Und das allerbeste? Milchprodukte sind Vollfett erlaubt! Wisst ihr eigentlich wie lecker 40%iger Quark schmeckt? Ein bisschen Obst dazu, Nüsse, Kleie, Kokoschips und ihr habt ein herrliches Frühstück. :) Nie mehr fettreduzierten Käse! Auch Hülsenfrüchte gehören zu dieser Nährstoffgruppe, ebenfalls Fleisch und Wurst. Ich möchte aber ganz ausdrücklich darauf hinweisen, dass Low Carb auch vegetarisch möglich ist!

An Fetten und Ölen muss nicht gespart werden, allerdings sollten sie sinnvoll eingesetzt werden. Wer bei den Kartoffeln einspart, darf also eine schöne Soße an seine große Gemüseportion machen. Wer Nüsse mag darf hier gern zugreifen.

Nun kommen die Kohlenhydrate dazu. Brot, Reis, Kartoffeln und Nudeln dürfen durchaus gegessen werden. Die Menge macht den Unterschied! Während bei der Nährstoffrelation der DGE die Kohlenhydrate mit 55% der Energie die größte Gruppe darstellen, werden sie hier auf 20-26 % der Energie reduziert.

Und natürlich dürfen auch bei Low Carb die Extras nicht fehlen. Etwas Schokolade oder auch ein Stück Kuchen, Chips sind durchaus drin. Allerdings sollte es in die Kohlenhydratbilanz passen.

Warum funktioniert Low Carb?

1. Magendehnung
Der Magen hat ein Volumen von ca. 500 ml. Deshalb ist es vorteilhaft Lebensmittel mit einer geringen Energiedichte -> hohen Wasseranteil zu essen. Leider zählen Brot und Backwaren nicht zu dieser Gruppe. 😉

2. Sättigungssignale durch Hormone
In der Dünndarmwand werden Hormone gebildet welche bei ausreichender Eiweißaufnahme dem Gehirn Sättigung signalisieren.

3. Wir verbrauchen Kohlenhydrate, brauchen sie aber nicht!
Eiweiß und einige Fettsäuren sind essentiell. Das bedeutet, dass sie für uns lebensnotwendig sind und unser Körper sie nicht selbst herstellen kann. Deshalb müssen wir sie mit unserer Nahrung aufnehmen. Auf Kohlenhydrate trifft das nicht zu. Sie dienen in erster Linie zur Energiegewinnung. Aber wie viel Energie wird bei einem Schreibtischjob verbraucht? Alle überschüssige Energie wird in Form von Fett gespeichert.

Mit den Vorurteilen aufräumen

1. Zu viel Eiweiß schädigt die Nieren.
Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht haltbar. Gesunde Nieren können problemlos 250 g Eiweiß pro Tag abbauen. Das entspricht 30 Eier, 1,2 kg mageren Fisch, 1,2 kg mageres Fleisch oder 1,6 kg Tofu.

2. Eier und Fleisch bilden die Ernährungsgrundlage.
Wer sich die Low Carb Pyramide ansieht wird feststellen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Natürlich gibt es auch immer Diäten die den Bogen überspannen, dazu zählen auch die Very Low Carb Diäten.

3. Mr. Atkins starb übergewichtig an einem Herzinfarkt.
Robert Atkins stürzte am 8. April 2003 auf glatter Straße und zog sich eine schwere Kopfverletzung zu. Er erholte sich auch nach einer Operation nicht mehr. Er starb am 17. April 2003 auf Grund von Komplikationen infolge der Operation. In diesen 9 Tagen nahm Mr. Aktins 29 kg zu, die wohl nicht durch üppige Mahlzeiten zustande gekommen sein werden.

4. Zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.
Wer Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst als Ernährungsgrundlage wählt wird gerade von diesen Nährstoffen nicht zu wenig aufnehmen.

4. Abends dürfen keine Kohlenhydrate gegessen werden.
Zu dieser Behauptung fehlen eindeutig Studien.

Noch Fragen?

Ich hoffe, dass ich die meisten Fragen und Vorurteile ausräumen konnte. Wer noch offene Fragen hat darf sich gern per Mail an mich wenden (sandra(at)behaltedeinglueckimauge.de).

Hallo Fr. Hünecke,  ich freue mich, dass Sie offen und neugierig sind, für neue/andere Erkenntnisse! Behalten Sie das bei!

Viele Grüße Heike Lemberger

Category: Allgemein

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